Schmid, Dr. Angelika

Loading...
Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders Zwei Vertreter des Neuen Deutschen Films
Fr. 24.04.2026 19:00
Hanau
Zwei Vertreter des Neuen Deutschen Films

Beide Regisseure wurden 1945 kurz nach Ende des 2. Weltkriegs geboren, beide kannten sich von ihrem Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München – sie gehörten dem ersten Jahrgang an, der dort ausgebildet wurde – und dennoch unterscheidet sich ihr Filmschaffen gravierend. In seinem kurzen Leben war Rainer Werner Fassbinder äußerst produktiv und schuf 45 Spielfilme und 25 Theaterstücke. Dabei schrieb er selbst die Drehbücher, inszenierte, drehte und produzierte durchweg in Deutschland. Mit Filmen wie „Angst essen Seele auf“, „Die Ehe der Maria Braun“, „Lola“ oder der TV-Serie „Berlin Alexanderplatz“ realisierte er beispiellose Gesellschaftsdokumente. In ihnen analysiert er zwischenmenschliche Beziehungen und behandelt zeitlose Themen wie Antisemitismus, Migration und Außenseitertum in jeglicher Form. Der international gefeierte Filmemacher und Künstler Wim Wenders wurde mit Filmen wie „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1972) und „Falsche Bewegung“ (1975) nach Vorlagen von Peter Handke oder „Alice in den Städten“ (1973/1974) sowie „Der Amerikanische Freund“ (1977) nach einem Roman von Patricia Highsmith bekannt. Weitere filmische Meilensteine waren „Paris, Texas“, der 1984 in Cannes die Goldene Palme erhielt, und „Der Himmel über Berlin“ (1987). Für „Buena Vista Social Club“ (1999) erhielt er eine Oscar-Nominierung und den Europäischen Filmpreis. 2024 wurde „Perfect Days“ (2023) für einen Oscar nominiert. Gemeinsam ist den beiden Regiegrößen auch, dass sie Schauspielerinnen und Schauspieler mit ihrem Filmen zu Stars machten. Bei Fassbinder sind es unter anderem Hanna Schygulla und Barbara Sukova, die nach seinem frühen Tod auch international reüssierten. Durch Wenders erlangten unter anderem Nastassja Kinski, Otto Sander und Bruno Ganz internationale Anerkennung.

Kursnummer 20608
Kursdetails ansehen
Gebühr: 19,00
Dozent*in: Dr. Angelika Schmid
Monets Küste - Die Entdeckung von Etretat
Fr. 08.05.2026 19:00
Hanau

Ein Vortrag begleitend zur Ausstellung „Monets Küste. Die Entdeckung von Étretat“ im Städel Museum Frankfurt vom 19. März bis 5. Juli 2026 Das normannische Fischerdorf Étretat an der Atlantikküste entwickelte sich um 1850 zu einem beliebten Seebad und Urlaubsort des Pariser Bürgertum. Zugleich wurde es wegen seiner charakteristischen, imposanten Klippenlandschaft auch ein begehrter Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle. Die kunsthistorisch bedeutenden Wellen-Gemälde des Realisten Gustave Courbet entstanden hier, wo sich der Komponist Jacques Offenbach eine imposante Villa bauen ließ. Und dem Schriftsteller Guy de Maupassant gelang es, Étretat zu einem literarischen Sehnsuchtsort zu erheben. Die nachhaltigste Wirkung hatte die einzigartige Steilküste mit ihren drei Felsentoren, der Porte d´Amont, der Porte d´Aval und der Manneporte, aber auf den Maler Claude Monet, der intensiv vor Ort malte. Erstmals schuf der Hauptvertreter des Impressionismus unter den sich permanent verändernden Licht- und Wetterverhältnissen malerische Motivreihen, die sich schließlich zu einem seiner Markenzeichen entwickeln sollten. Bei sechs Aufenthalten von 1868 bis 1916 schuf er etwa 80 Gemälde mit Motiven der Alabasterküste. Die in Zusammenarbeit von Städel Museum und Musée des Beaux-Arts de Lyon konzipierte Ausstellung führt vor, welchen Einfluss dieses ehemalige Fischerdorf auf die Malerei der Moderne hatte und wie der Mythos Étretat bis heute nachwirkt und seine Ambivalenz in den Menschenströmen des internationalen Tourismus zeigt, die heute zu einer gravierenden Bedrohung der Steilküste werden. Herausragende Gemälde, Zeichnungen und Fotografien, darunter auch Werke von Eugène Boudin, Georges Braques, Henri Matisse, Félix Valloton und vielen anderen, führen vor, welch große Anziehungskraft dieser Ort auf Kunstschaffende hatte und bis heute hat.

Kursnummer 20607
Kursdetails ansehen
Gebühr: 19,00
Dozent*in: Dr. Angelika Schmid
Emil Nolde - Welt und Heimat
Fr. 19.06.2026 19:00
Hanau

Der Maler, Zeichner und Graphiker Emil Nolde (1867 – 1956), geboren als Hans Emil Hansen in Nolde, war einer der eigenständigsten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Tod jährt sich 2026 zum 70. Mal. Nach impressionistischen Anfängen entwickelte er sich unter dem Einfluss der Kunst von Vincent van Gogh und Edvard Munch zu einem der Hauptvertreter des Expressionismus. Die Themen seiner farbintensiven Bilder reichen von Szenen aus dem Großstadtleben über Stillleben und Figurenbilder bis zu Landschaften, unter denen seine Meer-Bilder eine besondere Qualität und Intensität erzielen. Unter dem Motto „Emil Nolde. Welt und Heimat“ bot eine vom Museum Würth 2 und der Nolde Stiftung Seebüll organisierte Ausstellung vom 7. April bis zum 28. September 2025 in Künzelsau grundlegende Einblicke in die vielfältige Motivwelt und die unterschiedlichen Schaffensphasen des Künstlers. Eine Auswahl der dort gezeigten Werke wird im Vortrag vorgestellt. Leben und Werk Noldes werden dabei ebenso thematisiert wie seine verstörende politische Gesinnung und sein Eintreten für eine nordische Kunst in der NS-Zeit.

Kursnummer 20606
Kursdetails ansehen
Gebühr: 19,00
Dozent*in: Dr. Angelika Schmid
Loading...
zurück zur Übersicht